Die Hoffnung stirbt zuletzt - sogar an Orten wie Auschwitz kann sie überleben.
Vom 9.3. bis 14.3.25 waren wir, 23 SchülerInnen der 11. Klasse und 4 LehrerInnen, zu Gast in der Jugendbegegnungsstätte Oświeçim, um während unserer Studienfahrt zu versuchen, die Ausmaße der nationalsozialistischen Verbrechen in den hier gelegenen Konzentrationslagern begreifen zu können.
Durch Führungen im Stammlager (Auschwitz I) und in Auschwitz-Birkenau (Auschwitz II) erhielten wir einen Einblick in die bis ins Detail organisierte Struktur der Massenvernichtung unschuldiger Menschen. Uns ergriffen besonders die Kratzspuren an den Wänden der Gaskammer des Stammlagers, die uns die Angst und Verzweiflung der dort Ermordeten nur erahnen lassen konnten. Die Unmengen an Haaren und gestohlenen persönlichen Gegenstände der Häftlinge, die Fläche von Birkenau als größtes KZ und die noch erhaltenen Baracken und Gebäude dort blieben uns ebenfalls im Gedächtnis.
Neben den Gedenkstätten besuchten wir das jüdische Museum und die Synagoge in Oświeçim sowie die Kunstausstellung des ehemaligen Häftlings Marian Kołodziej, der uns durch seine Werke seine Gefühle, Gedanken und die katastrophalen Lebenszustände zeigte. Workshops, Filmseminare und tägliche Reflexionen am Abend verstärkten unsere Eindrücke noch einmal. Den letzten Tag verbrachten wir in Krakau, besuchten dort einen jüdischen Friedhof und das jüdische Viertel, bevor wir eigenständig die Stadt besichtigten.
Die Woche in Oświeçim half uns, den Opfern des Holocausts zu gedenken und eine Vorstellung von diesem dunklen Kapitel der menschlichen Geschichte zu bekommen. Uns beeindruckte, dass die meisten Häftlinge nie aufgaben, an eine Befreiung zu glauben, wenn ihnen auch Menschlichkeit und Persönlichkeit genommen wurden. Wir nahmen wertvolle Erfahrungen mit, die am letzten Abend in unseren persönlichen Kunstwerken verarbeitet wurden.
Diese Maßnahme wird mitfinanziert mit Steuermitteln auf Grundlage des vom Sächsischen Landtag beschlossenen Haushalts.
Hannah Buchinski