Im polnischen Ort Oświęcim befand sich vor 80 Jahren das Konzentrationslager Auschwitz; der größte Vernichtungskomplex im Nationalsozialismus. Heute erinnern Gedenkstätten an die grausamen Straftaten, die dort begangen wurden. Vom 13. bis 18. April 2026 hatten wir, der Geschichtsleistungskurs und ein paar andere Schüler der 11, die Möglichkeit, sich diesen wichtigen Ort der deutschen Geschichte anzuschauen. Begleitet wurden wir dabei von Frau Arndt, Frau Hahn und Herrn Breiting.
Nach einem Zwischenstopp bei unserer Hinfahrt für eine Führung durch die Gedenkstätte Großschweidnitz, wo an über 5500 Opfer der NS-Krankenmorde erinnert wird, kamen wir gegen 17 Uhr in Oświęcim an. Schon am ersten Abend sind wir mit „The Zone of Interest“, einem Film über den Auschwitz-Kommandanten Rudolf Höß und seine Familie, in das schwere Thema eingestiegen, mit dem wir uns die ganze Woche beschäftigten.
Am Dienstag haben wir uns im Gedenkmuseum eine Ausstellung über das Schicksal der Bewohner der Region Oświęcim angesehen. Anschließend erarbeiteten wir in einem Workshop die Biografie von Zofia Posmysz, einer Überlebenden aus Auschwitz. Trotz der vielen tragischen Schicksale war es erleichternd zu sehen, dass viele Anwohner den Insassen des Konzentrationslagers heimlich Unterstützung geleistet haben.
Am Mittwoch stand ein Ausflug nach Krakau auf dem Plan. Dieser begann mit einer kleinen Tour durch die Stadt und das jüdische Viertel. Dabei konnten einzelne Schülerinnen und Schüler die Führung durch kurze Vorträge bereichern und zusätzliche Informationen zu verschiedenen Orten vermitteln. Anschließend konnten wir die Stadt in Gruppen noch einmal individueller erkunden. Einige Schülerinnen und Schüler nutzten diese Zeit, um sich weiterhin mit dem Thema der Fahrt auseinanderzusetzen, während andere bedeutende Sehenswürdigkeiten und kulturell interessante Orte der Stadt besichtigten.
Am Donnerstag und Freitag lag das Hauptaugenmerk auf den Führungen durch die Gedenkstätten des Stammlagers Auschwitz I sowie des Vernichtungslagers Auschwitz-Birkenau, die jeweils von 9 bis 13 Uhr stattfanden. Die Führungen vermittelten viele Informationen und beklemmende Eindrücke, und wir konnten dabei einiges sehen und lernen. Außerdem wurde deutlich, dass die Lager insgesamt überwältigend groß sind und wir letztlich nur einen kleinen Teil wirklich sehen konnten.
Am Nachmittag fuhren wir nach Harmęże, wo wir das Kloster besuchten. Besonders eindrucksvoll war dabei der Keller des Klosters mit hunderten Bildern eines Überlebenden, die eine sehr persönliche künstlerische Auseinandersetzung mit dem Erlebten zeigten. Gegen Abend besichtigten wir außerdem eine Ausstellung mit Bildern von Gerhard Richter, die einen weiteren künstlerischen Zugang zur historischen Thematik eröffnete.
Immer mehr autoritäre Systeme etablieren sich in unserer Welt, Menschenrechte werden eingeschränkt und Rechtsextremisten erhalten immer mehr Zuspruch – auch in unserem Land. Gerade hier, wo vor nicht mal 90 Jahren unter dem Nationalsozialismus schlimme Menschheitsverbrechen begangen wurden, mit dem Ziel ganze Bevölkerungsgruppen auszulöschen. Nur wenige Personen aus dieser Zeit sind heute noch am Leben, darum ist es wichtig, ihre Geschichte zu hören und daraus zu lernen; Nie wieder ist jetzt.
Diese Maßnahme wird mitfinanziert mit Steuermitteln auf Grundlage des vom Sächsischen Landtags beschlossenen Haushalts.
Text: Mirjam Ballan











